Haben selbstorganisierte Jugendclubs Potenzial?

„Wenn Jugendliche bekanntgeben, dass sie einen selbstverwalteten Jugendclub gründen wollen, stehen vielen Erwachsenen die Haare zu Berge und sie fragen, wie fähig und zuverlässig die jungen Menschen sind. Dann wird angenommen, dass es zu Konflikten um Lautstärke und Sauberkeit oder mit Anwohner*innen und Ordnungsbehörden kommen wird.“

Um die Bedenken Erwachsener zu minimieren, hat das Kulturbüro Sachsen e.V. , eine Broschüre zum Thema erstellt – mit Beispielen gelingender Selbstverwaltung. Die Broschüre möchte einen Überblick geben, eventuell vorhandene Berührungsängste abbauen und einige administrative Aspekte vorstellen.

Selbstverwaltete Jugendclubs könnte auch ein interessanter Aspekt, vorallem für schwach besiedelte Regionen in denen eine Abdeckung aus finanziellen Gründen fast unmöglich scheint, sein. So beispielsweise auch in Eppendorf. In der Broschüre äußert sich der Bürgermeister Axel Röthling über Herausforderungen und Möglichkeiten von selbstverwalteten Jugendclubs. Aktuell besitzt Eppendorf drei davon. Röthling meint, dass es vorallem Verständnis, Toleranz und einen finanziellen Rahmen braucht, um so solche Projekte umzusetzen.

Aber es gibt auch viele positve Aspekte. „Also erstens prägen die Gruppen das kulturelle Leben, die machen viele Veranstaltungen, das hat sich über die Jahre gehalten und den positiven Nebeneffekt, dass alle zusammenarbeiten. Da sammelt sich was, da nimmt man wahr, dass ein freundliches Klima für junge Leute da ist. Und zweitens bringen sich Jugendliche, die in und ihren Clubs bei uns erwachsen werden, auch sonst viel in das Gemeindeleben ein“, so der Bürgermeister. Zudem lernen die Jugendlichen mit Verantwortung und Verwaltung umzugehen.

Die gesamte Broschüre „Selbstverständlich Selbstverwaltet – Potenziale selbstorganisierter Jugendtreffs“ zum Nachlesen finden Sie hier.