„Wahrer Pioniergeist“ in Nepal

Unser Chefredakteur Dirk Müntzenberg war im Oktober im Rahmen eines Austausches für Fachkräfte der Sozialen Arbeit in Nepal. Wir möchten die Möglichkeit nutzen, Eindrücke und Erfahrungen widerzuspiegeln und gleichzeitig auf einen Vortrag des Bergführers in Chemnitz aufmerksam zu machen.


Nepal, ein bisschen eingeklemmt zwischen China im Norden und Indien im Westen, Süden und Osten, gilt als eines der ärmsten Länder Asiens. Lang andauernde Regierungskrisen, eine weit verbreitete Korruption sowie ein 2006 nach 10 Jahren beendeter Bürgerkrieg haben dem Land in seiner jüngeren Geschichte schwer zugesetzt. Ein schweres Erdbeben 2015 nahe der 2 Millionen-Metropole Kathmandu tat dabei sein Übriges.

Ich habe Nepal im Oktober 2017 für 2,5 Wochen besucht und hatte durch den unmittelbaren Kontakt mit Einheimischen die Chance, bereits nach 2 Tagen mit beiden Beinen mitten im nepalesischen Alltag stehen zu können. Nach zahlreichen Gesprächen und einem tiefen Eintauchen in die hinduistische und buddhistische Kultur, wie sie die Nepalis leben, wurde mir schnell deutlich: Das Land ist eine Perle. Selbst im tosenden Gewimmel und der überbordenden Verschmutzung der Hauptstadt Kathmandu, welche nach besagtem Erdbeben durch die massive Landflucht noch befördert werden, wurde mir schnell diese gewisse Gelassenheit, die Lebensfreude und die einladende Verbindlichkeit der Menschen dort gewahr. Das alltägliche Leben ist von einer Art „do it your self – Mentalität“ beseelt, da die Menschen lernen mussten, dass seitens der Regierung wenig zu erwarten ist. Dieser Eindruck bestätigte sich auch in den Fachgesprächen mit den hoch engagierten Menschen, die in Kathmandu eine Akademie gegründet haben, um junge Menschen auszubilden und mitten in einer vom Kastenwesen vorgeprägten Gesellschaft eine Soziale Arbeit zu etablieren mit einem humanistischen Menschenbild, welches als Grundannahme die Gleichheit Aller propagiert – das schien mir wie wahrer Pioniergeist.

In der zweiten Woche meines Aufenthaltes durfte ich Teil einer 30-köpfigen Trekkinggruppe sein, die den Mardi Himal Trek in der Nähe des Annapurna-Massivs durchstieg. Wanderurlaube in den österreichischen und slowenischen Alpen lagen damals bereits mehrfach hinter mir – und dennoch spürte ich in der Vorbereitung auf diesen Trek, dass mich mental und körperlich etwas Besonderes erwartete. Mein Bauchgefühl sollte Recht behalten. Es war in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches Erlebnis und führte mich so manches Mal an meine Grenzen – genau, wie ich es mir gewünscht habe.


Viele hier in diesem kleinen Rahmen unerwähnt gebliebene Aspekte – gerade hinsichtlich der Sozialen Arbeit in Nepal – werden in einer der kommenden Ausgaben des CORAX ganz sicher ihren Niederschlag finden. Sein Sie gespannt!

AbschlieĂźend noch ein Paar visuelle EindrĂĽcke: