CORAX Magazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen

Kleine Hilfe für die Erstellung von CORAX Beiträgen

  

 

Sachlich informierende Textformen

… nennen klar und objektiv die Fakten und – je nach Textform – Hintergründe.

Sprachlich geht es in erster Linie um Nachvollziehbarkeit, deshalb sollten einfache und klare Formulierungen verwendet werden, ein nüchterner Ausdruck, kurze Sätze und logische Argumentation.

Der Aufbau folgt dem Prinzip der abnehmenden Wichtigkeit: Das Wichtigste steht am Anfang, das Unwichtigste kommt zum Schluss. Das ist üblich, damit der verantwortliche Redakteur zur Not von hinten kürzen kann.

Wiederholungen sollten vermieden werden. Eigene Meinungen und Wertungen sind verboten! 

Textart

Beschreibung

Rubrik im CORAX

Nachricht/ Meldung

Nachrichten sind kurz, in Zeitungen etwa 20 Zeilen lang. Sie sollen über Aktuelles informieren (vgl. im Englischen: News). Der Blickwinkel des Schreibenden ist von Außen: Er schreibt objektiv über die Sache und vermeidet einen personellen Bezug („ich“ oder „wir“).

Das Neue, Wichtige und Interessante muss in die ersten zwei Sätze gefasst werden. Hierfür helfen die „fünf W-Fragen“: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Und: Warum?

Wenn es sich nicht von selbst erklärt, muss zusätzlich die Quelle der Nachricht benannt werden: Woher?

Sprachlich ist die Nachricht knapp und präzise. Fremdwörter sollten vermieden werden, ansonsten erklärt.

Jugendhilfe Sachsen

Bericht

Der Bericht ist der „große Bruder der Nachricht“, also ein inhaltlich ähnlich angelegter, aber längerer Text. Auch er sollte ein aktuelles Thema, zumindest einen aktuellen Aufhänger haben. Der Bericht wird verwendet, wenn es darum geht, komplexe Sachverhalte logisch und verständlich darzustellen. Im Gegensatz zur Nachricht/ Meldung ist hier Platz für Hintergrundinformationen und eine kurze Erläuterung der Vorgeschichte.

Der Bericht sollte klar und nüchtern geschrieben sein. Er beginnt mit einem zusammenfassenden „Lead“ (auch: Vorspann. Das sind die Zeilen vor dem Text, die beim Druck fett gesetzt werden.). Oft haben auch Berichte einen spannenden, beschreibenden Einstieg. („angefeatureter Bericht“) Wenn das Ende auch wieder szenisch geschrieben wird, rundet das den Bericht gut ab.

Jugendhilfe Sachsen

Praxis & Projekte

Titelthema

 

 

Erzählende Textformen

… sind Texte, bei denen es nicht nur um Information, sondern auch um Unterhaltung im Sinne von guter und spannender Lesbarkeit geht. Hier gibt es mehr Variationsmöglichkeiten im Stil und Aufbau des Textes, also mehr Freiheit für die Schreibenden:

Das Wichtigste muss nicht am Anfang stehen. Neben sachlichen Informationen können Beobachtungen und andere sinnliche Wahrnehmungen eingeflochten werden, hier geht es um Anschaulichkeit.

Textart

Beschreibung

Rubrik im CORAX

Reportage

Die Reportage ist eine wahre, aber subjektiv erzählte Geschichte. Sie lebt von den Eindrücken und den genauen Beobachtungen des Autors und von seiner Nähe zum Geschehen. Der Schreibende muss also vor Ort sein, und als Augenzeuge fungieren.

Die Reportage kann einen aktuellen Bezug haben, z. B. ein aktuell gestartetes oder abgeschossenes Projekt.

Sprachlich ist sie schlicht geschrieben, aber anschaulich. In einer guten Reportage werden viele menschliche Sinne angesprochen, sodass Bilder, Spannung und Bewegung entstehen.

Die Reportage ist dramaturgisch und nicht hierarchisch aufgebaut, sie folgt also einem Spannungsbogen. Das einfachste Gliederungsprinzip ist die Chronologie. Wo der Zeitablauf wenig hergibt, ist die journalistische Idee gefragt, damit Bewegung entsteht. So kann man z. B. mit einer von der allgemeinen Meinung abweichenden Aussage/ These beginnen, die durch die Erzählung im Verlauf der Reportage für den Leser glaubhaft wird.

Trotz persönlichem Engagement gilt bei der Reportage eine strenge Bindung an die Fakten und damit die Vermeidung von Wertungen! Gebräuchlichste Form ist die „Er-Form“, aber auch die „Ich“-Form ist möglich.

-          Fotos, die das Geschehen optisch dokumentieren, sind eine wunderbare Ergänzung für jede Reportage.

Praxis & Projekte

Titelthema

Feature

Features sind leichter Lesestoff abseits der nüchternen Nachrichtensprache, jedoch wie die Nachricht ausschließlich auf Fakten gestützt und frei von subjektiver Wertung.

Der Text soll interessant und lebendig geschrieben sein und Informationen stimmungsvoll und subjektiv vermitteln.

Features sind eine Mischform zwischen Reportage und Bericht.

Praxis & Projekte

Titelthema

 

Textformen, in deren Fokus die Person steht. 

Textart

Beschreibung

Rubrik im CORAX

Interview

Das Interview ist die häufigste Recherchemethode und gleichzeitig eine eigenständige und nicht wenig aufwendige Textform: Ein gutes Interview hat eine spannende Dramaturgie, einen anregenden Rhythmus und knackige Aussagen. Zeit für Vor- und Nachbearbeitung muss deshalb eingeplant werden.

Der Interviewer sollte sich gut im Thema auskennen, seine Fragen vorbereiten und im Gespräch auf sein Gegenüber spontan reagieren.

Gute Fragen sind kurz, klar und eindeutig zu verstehen.

Ein mutiger Interviewer vermeidet Gefälligkeitsfragen und hakt nach, wenn der Andere einer relevanten Frage ausweicht. Dennoch ist Taktgefühl angesagt: Man sollte nicht gleich mit den größten und wichtigsten Fragen anfangen, sondern erst „warm werden“ miteinander.

Ein Interview ist nicht das aufgeschriebene Gespräch. Es ist die Schriftform des Gesprächs. Das Mündliche muss erst ins „Schriftdeutsch“ übersetzt werden, also ohne „Äh’s“ und all die Aussagen, die im Mündlichen gewöhnlich klingen, im Schriftlichen aber ungelungen wirken. Außerdem sollten irrelevante Sätze, Wiederholungen und Fragen mit wenig aussagekräftigen Antworten gestrichen werden. Deshalb ist es Usus, dass der Interviewte das geschriebene Interview vor dem Druck autorisiert.

Der Gesprächspartner kann zu einer Sache (Experteninterview), zu seiner Meinung (Meinungsinterview) oder über seine Person (Personeninterview) befragt werden.

Die Umfrage ist eine Sonderform mit mehreren Meinungsinterviews.

Mensch & Meinung

Titelthema

Porträt

Im Porträt liegt der Fokus auf einem Menschen: Was ist an ihm das Besondere, was kennzeichnet ihn als Persönlichkeit? Aufgabe ist es, den Menschen so darzustellen, wie er bisher nicht gesehen wurde: Ein gutes Porträt trägt dazu bei, Wirkungskreise, aber auch Entscheidungen für die Öffentlichkeit verständlicher zu machen.

Porträts enthalten viele Elemente von Reportagen: das Szenische, die detaillierte Beschreibung, die Bewegung. Der Autor schöpft aus seiner Recherche, aber vor allem aus dem persönlichen Gespräch mit dem Porträtierten. Er beschreibt die Person mit eigenen Beobachtungen: Am Anfang steht das Besondere: Zitate, Szenen, typische Gesten. Im Hauptteil berufliche Erfolge, am Ende das „Private“.

Mensch & Meinung

 

 

Kommentierende Textformen

Was in anderen Textarten verboten ist, wird hier zum Muss: Eigene Meinung ist gefragt! Aber auch die notwendigen Informationen und Argumente. Das ist schon die wichtigste Regel.

Textart

Beschreibung

Rubrik im CORAX

Kommentar

Meinung

In einem Kommentar bezieht sein Verfasser klar Stellung zu einem Ereignis, einer Entscheidung, dem Verhalten von Personen oder einer Institutionen. Der Kommentar erläutert, begründet und bewertet eine Meinung. D. h. im Text wird nicht nur behauptet, sondern argumentiert. Das Fazit darf keine nach allen Seiten offene Meinung und auch kein „Entweder – Oder“ sein, ebenfalls sind Konjunktive verboten.

Kernstück eines Kommentars ist eine These, die vorangestellt, dann erläutert und begründet wird. Der klassische Aufbau sieht wie folgt aus:

1.       These

2.       Verbindung zur Nachricht

3.       Argumentation: Begründen/ Erläutern (¾ des Textes)

4.       Abwägen anderer öffentlicher Argumente

5.       Fazit: Meinung des Autors

Die Glosse ist eine Sonderform: Ein ironisch formulierter Kommentar, polemisch, frech, überspitzt, doppelschneidig und spöttisch.

Mensch & Meinung

Kolumne

Rezension

Im Literaturtipp von CORAX sollen wichtige Bücher im Bereich Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt werden. Eine Rezension ist eine kritische Auseinandersetzung mit einem Buch – also eine kommentierende Textart. Dennoch müssen Rezensionen informieren: Thema, Autor, Herausgeber, Verlag, Aufbau des Buches? Wann wurde es veröffentlicht? Was ist neu, gut, gelungen? Wie gut kann man es lesen? Wofür ist es nützlich? Meinungsfragen beantworten wiederum, wie gut das Buch dem Schreibenden gefällt und wem er es weiter empfehlen würde.

Literaturtip